Kurz gesagt
- Eine Stunde entspricht 100 Industrieminuten, 45 Minuten sind also 75 Industrieminuten oder 0,75 Dezimalstunden.
- Gerechnet wird mit Minuten geteilt durch 60, zurück mit dem Faktor 0,6.
- Wer 7:45 Stunden als 7,45 abrechnet, verliert beim Mindestlohn von 13,90 Euro pro Tag 4,17 Euro.

Ein Industrieminuten-Rechner teilt die Stunde in 100 statt in 60 Teile: 45 Minuten sind 75 Industrieminuten, also 0,75 Stunden. Die Formel lautet Minuten geteilt durch 60 mal 100, für den Rückweg Industrieminuten mal 0,6.
Gebraucht wird das immer dann, wenn Arbeitszeit mit einem Stundenlohn multipliziert werden soll. Mit „7:45“ kann kein Taschenrechner rechnen, mit „7,75“ schon. Genau an dieser Stelle passiert der häufigste Fehler auf Stundenzetteln.
Industrieminuten, Dezimalstunden, Industriezeit: was gemeint ist
Die drei Begriffe beschreiben dasselbe System. Eine Industrieminute ist der hundertste Teil einer Stunde und dauert 36 Sekunden (3.600 Sekunden geteilt durch 100). Schreibt man die Zeit als Kommazahl in Stunden, heißt sie Dezimalstunde: 8 Stunden und 15 Minuten sind 8,25 Stunden oder 825 Industrieminuten.
Eine Faustregel erleichtert das Kopfrechnen. 6 normale Minuten sind genau 10 Industrieminuten, also 0,1 Stunden. Damit lassen sich 12, 18, 24 oder 36 Minuten sofort übersetzen: 0,2 / 0,3 / 0,4 / 0,6 Stunden.
Formeln zum Umrechnen
- Minuten in Industrieminuten: Minuten ÷ 60 × 100. Beispiel: 20 ÷ 60 × 100 = 33,33.
- Stunden und Minuten in Dezimalstunden: volle Stunden + Minuten ÷ 60. Beispiel: 7 h 48 min = 7 + 0,8 = 7,8 h.
- Industrieminuten in Minuten: Industrieminuten × 0,6. Beispiel: 43 × 0,6 = 25,8 Minuten, also 25 Minuten und 48 Sekunden.
- Dezimalstunden in Stunden und Minuten: Zahl vor dem Komma bleibt, Nachkommastellen × 60. Beispiel: 6,25 h = 6 h und 0,25 × 60 = 15 min.
Bei Minutenwerten, die nicht durch 3 teilbar sind, entstehen Periodenzahlen wie 1,666… Auf Stundenzetteln wird meist auf zwei Nachkommastellen gerundet. Wichtig ist, erst die Summe zu runden und nicht jeden einzelnen Tag, wie das Wochenbeispiel unten zeigt.
Tabelle: Normalminuten in Industrieminuten
| Normalminuten | Industrieminuten | Dezimalstunden |
|---|---|---|
| 1 min | 1,67 IM | 0,02 h |
| 2 min | 3,33 IM | 0,03 h |
| 3 min | 5 IM | 0,05 h |
| 5 min | 8,33 IM | 0,08 h |
| 6 min | 10 IM | 0,10 h |
| 10 min | 16,67 IM | 0,17 h |
| 12 min | 20 IM | 0,20 h |
| 15 min | 25 IM | 0,25 h |
| 18 min | 30 IM | 0,30 h |
| 20 min | 33,33 IM | 0,33 h |
| 24 min | 40 IM | 0,40 h |
| 25 min | 41,67 IM | 0,42 h |
| 30 min | 50 IM | 0,50 h |
| 35 min | 58,33 IM | 0,58 h |
| 36 min | 60 IM | 0,60 h |
| 40 min | 66,67 IM | 0,67 h |
| 42 min | 70 IM | 0,70 h |
| 45 min | 75 IM | 0,75 h |
| 48 min | 80 IM | 0,80 h |
| 50 min | 83,33 IM | 0,83 h |
| 54 min | 90 IM | 0,90 h |
| 55 min | 91,67 IM | 0,92 h |
| 60 min | 100 IM | 1,00 h |
Für den umgekehrten Weg reicht der Faktor 0,6. Ein paar Werte, nach denen oft gefragt wird:
| Industrieminuten | Normalzeit |
|---|---|
| 10 IM | 6 min |
| 25 IM | 15 min |
| 30 IM | 18 min |
| 43 IM | 25 min 48 s |
| 50 IM | 30 min |
| 75 IM | 45 min |
| 80 IM | 48 min |
| 90 IM | 54 min |
Rechenbeispiel: eine Woche auf dem Stundenzettel
Eine Beschäftigte notiert Beginn, Ende und Pause. Die Pausen folgen § 4 ArbZG: mindestens 30 Minuten bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Nach § 2 ArbZG zählen Ruhepausen nicht zur Arbeitszeit.
| Tag | Beginn bis Ende | Pause | Arbeitszeit | Dezimal (gerundet) |
|---|---|---|---|---|
| Montag | 07:00–15:45 | 30 min | 8:15 h | 8,25 h |
| Dienstag | 07:10–16:20 | 45 min | 8:25 h | 8,42 h |
| Mittwoch | 06:50–14:30 | 30 min | 7:10 h | 7,17 h |
| Donnerstag | 07:00–17:40 | 45 min | 9:55 h | 9,92 h |
| Freitag | 07:00–12:20 | 0 min | 5:20 h | 5,33 h |
| Summe | – | – | 39:05 h | 39,09 h |
Genau gerechnet sind 39:05 Stunden 2.345 Minuten. 2.345 ÷ 60 = 39,0833, gerundet 39,08 Stunden. Die Summe der einzeln gerundeten Tage ergibt dagegen 39,09. Der Unterschied ist klein, summiert sich aber über Monate und Belegschaften. Deshalb: Minuten addieren, einmal umrechnen, einmal runden.
Beim gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro brutto je Zeitstunde (§ 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung, gültig seit 1. Januar 2026) ergibt das 39,0833 × 13,90 Euro = 543,26 Euro für die Woche. Ab 1. Januar 2027 gelten laut derselben Verordnung 14,60 Euro.
Der typische Fehler sieht so aus: Die Wochensumme 39:05 wird als 39,05 eingetragen. Das bringt 542,80 Euro, also 46 Cent weniger. Bei einem einzelnen Tag mit 7:45 Stunden fällt der Fehler stärker auf. Richtig sind 7,75 × 13,90 = 107,73 Euro, mit „7,45“ gerechnet nur 103,56 Euro. Das sind 4,17 Euro pro Tag oder 83,40 Euro bei 20 solchen Arbeitstagen im Monat.
Industrieminuten in Excel umrechnen
Excel speichert Uhrzeiten als Bruchteil eines Tages. Microsoft beschreibt in der Hilfe zur Funktion ZEIT, dass 12:00 Uhr intern den Wert 0,5 hat, weil das ein halber Tag ist. Daraus folgen die Formeln:
- Arbeitszeit berechnen: Beginn in B2, Ende in C2, Pause als Zeit in D2, in E2 dann =C2-B2-D2. Die Zelle im Format h:mm zeigt zum Beispiel 8:15.
- In Dezimalstunden umwandeln: =E2*24 und die Zelle als Zahl mit zwei Nachkommastellen formatieren. Ergebnis 8,25.
- In Industrieminuten umwandeln: =E2*24*100. Ergebnis 825.
- Erst am Ende runden: =RUNDEN(SUMME(E2:E6)*24;2).
- Wochensummen über 24 Stunden anzeigen: Zellformat benutzerdefiniert auf [h]:mm;@ setzen. Ohne die eckigen Klammern zeigt Excel aus 28:15 Stunden nur 4:15, wie Microsoft in der Anleitung zum Addieren von Zeiten vorrechnet.
- Dezimalstunden zurück in Uhrzeit: =F2/24 im Format [h]:mm.
Nachtschichten über Mitternacht liefern bei =C2-B2 einen negativen Wert. Die Formel =REST(C2-B2;1) rechnet hier richtig, weil sie den Tageswechsel abfängt.
Was das Arbeitszeitrecht für den Stundenzettel verlangt
Ob Industrieminuten oder Normalzeit, das Gesetz schreibt keine Darstellungsform vor. Es verlangt aber Aufzeichnungen. Nach § 17 MiLoG müssen Arbeitgeber bei Minijobbern (außer in Privathaushalten) und in den Branchen nach § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit festhalten, spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertags nach dem Arbeitstag, und die Unterlagen mindestens zwei Jahre aufbewahren.
Darüber geht die Rechtsprechung hinaus. Das Bundesarbeitsgericht hat am 13.09.2022 (1 ABR 22/21) entschieden, dass Arbeitgeber nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 Arbeitsschutzgesetz Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen müssen. Das Bundesarbeitsministerium stellt in seinen Fragen und Antworten zur Arbeitszeiterfassung klar, dass dies bereits geltendes Recht ist und die gesamte Arbeitszeit betrifft. § 16 Abs. 2 ArbZG verlangt zusätzlich, Arbeitszeit über acht Stunden werktäglich aufzuzeichnen.
Für die Praxis heißt das: Beginn und Ende sollten auf dem Stundenzettel in normaler Uhrzeit stehen. Die Dezimalspalte ist eine Rechenhilfe für die Abrechnung, kein Ersatz für die Uhrzeiten. Wie gerundet wird, regeln Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag. Bei Unklarheiten helfen Betriebsrat, Gewerkschaft oder Personalabteilung.
Der Donnerstag im Beispiel mit 9:55 Stunden ist übrigens zulässig. § 3 ArbZG erlaubt bis zu zehn Stunden pro Werktag, wenn im Schnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden. Eine Reform mit wöchentlicher statt täglicher Höchstarbeitszeit liegt seit Juni 2026 als Referentenentwurf vor; bis zu einer Gesetzesänderung gilt die Zehn-Stunden-Grenze.
Häufige Fragen
Wie rechnet man Industrieminuten in normale Minuten um?
Industrieminuten mal 0,6. 30 Industrieminuten sind 18 Minuten, 75 Industrieminuten sind 45 Minuten.
Wie viel sind 7,8 Stunden Arbeitszeit?
7 Stunden und 48 Minuten, denn 0,8 × 60 = 48.
Wie viel sind 20 Minuten als Dezimalzahl?
0,33 Stunden (20 ÷ 60 = 0,333…), also 33,33 Industrieminuten.
Was ist 0,43 Stunden in Minuten?
0,43 × 60 = 25,8 Minuten, das sind 25 Minuten und 48 Sekunden.
Was sind 39 Stunden in Industriestunden?
Ebenfalls 39,00. Volle Stunden ändern sich nicht, umgerechnet werden nur die Minuten. 39 Stunden und 30 Minuten wären 39,5 Industriestunden.
Fazit
Für die Umrechnung genügen zwei Zahlen: Minuten durch 60 teilen ergibt Dezimalstunden, Industrieminuten mal 0,6 ergibt Normalminuten. Auf dem Stundenzettel gehören Beginn und Ende in Uhrzeit notiert, die Dezimalspalte dient nur der Abrechnung. Wer in Excel rechnet, multipliziert die Zeitdifferenz mit 24 und rundet erst die Monatssumme. Vor dem Abschicken lohnt ein Blick auf jede Zahl mit „,15“, „,30“ oder „,45“ hinter dem Komma, denn dort steckt fast immer eine nicht umgerechnete Uhrzeit.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz · Arbeitszeitgesetz, § 2 Begriffsbestimmungen · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Arbeitszeitgesetz, § 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Arbeitszeitgesetz, § 4 Ruhepausen · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Arbeitszeitgesetz, § 16 Aushang und Arbeitszeitnachweise · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Mindestlohngesetz, § 17 Erstellen und Bereithalten von Dokumenten · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5) · Abruf 10/2026
- Der Paritätische Gesamtverband · Referentenentwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes · Abruf 10/2026
- Bundesarbeitsgericht · Beschluss vom 13.09.2022, 1 ABR 22/21 · Abruf 10/2026
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales · Fragen und Antworten zur Arbeitszeiterfassung · Abruf 10/2026
- Microsoft · Funktion ZEIT · Abruf 10/2026
- Microsoft · Addieren oder Subtrahieren von Zeiten in Excel · Abruf 10/2026



